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Binge-Eating

 

  

Typisch für Binge Eating Disorder


„Binge“ bedeutet „schlingen“. Der Unterschied zur Ess-Brech-Sucht oder Bulimie liegt im Wesentlichen darin, dass keine Gegenmaßnahmen nach einem Essanfall ergriffen werden, d. h. es erfolgt kein kompensatorisches Verhalten wie z. B. extremer Sport, Hungern oder Erbrechen.
Binge Eating ist eine seelisch bedingte (psychogene) Essstörung, die meist mit Übergewicht oder Adipositas verbunden ist. Das bedeutet aber nicht, dass Übergewichtige automatisch an Binge Eating leiden. Ebenso kann das Krankheitsbild der Binge Eating- Störung auch bei Normalgewichtigen auftreten.
Binge Eating ist unter den psychogenen Essstörungen das Krankheitsbild, welches bisher am wenigstens erforscht ist. Eine abschließende Definition der Diagnosekriterien steht noch aus.


Typisch für Binge Eating Disorder (BED): 


 Häufige Heißhungeranfälle, dabei werden große Mengen von Lebensmitteln verzehrt. 
 Gestörtes Essverhalten zwischen den Essanfällen (abwechselnd restriktives und unkontrolliertes Essen). 
 Fehlende Regelmäßigkeit bei der Ernährung. 
 Häufiges Diäthalten und Abbruch von Diäten. 
 Störung der Hunger- und Sättigungswahrnehmung. 
 Geringe körperliche Bewegung und Aktivität. 
 Bevorzugen bewegungsarmer Freizeitbeschäftigungen wie fernsehen und Computer spielen. 
 Herunterschlucken von Gefühlen (Ärger, Wut, Traurigkeit, Freude).

Mögliche diagnostische Hinweise: 

 Wiederkehrende Episoden von Heißhungeranfällen (mind. 2 pro Woche über sechs Monate). Diese Anfälle werden als zwanghaft und hemmungslos erlebt. Bei einem Essanfall verschlingen Betroffene eine enorm große Nahrungsmenge in relativ kurzer Zeit. Danach plagen Schuldgefühle, Depressionen und Selbstvorwürfe das bereits angekratzte Selbstbewusstsein. 

Die Episoden der Essanfälle treten mit mindestens drei der folgenden Symptome auf: 

 Übermäßig schnelles Essen, Schlingen. 
 Essen bis zu einem belastenden Völlegefühl. 
 Essen von großen Nahrungsmengen ohne körperliches Hungergefühl. 
 Allein essen aus Scham. 
 Ekel, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle nach dem Essen. 
 Die bei den Essanfällen aufgenommene Nahrung wird im Körper behalten, Aktivitäten, um die Kalorienzufuhr auszuscheiden oder abzutrainieren, bleiben aus.
Die körperlichen Folgeschäden bei starkem Übergewicht (BMI über 30) sind z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt), Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden, Diabetes mellitus.
ACHTUNG! Einige Medikamente wie z.B. Bluthochdruckmittel oder Antidepressiva machen eine Gewichtsreduktion sehr schwer. Hier muss ein Spezialist gefragt werden, falls der Wunsch nach Gewichtsreduktion besteht.
Seelische Folgen sind z.B.Resignation, Flucht in Tagträume, Antriebslosigkeit, Depressionen, Hass auf den eigenen Körper, Verm eiden von Spiegeln, Probleme eigene Grenzen zu spüren.

Erste Schritte heraus: 

  Langsam und genussvoll essen und gut kauen. 
 Regelmäßig essen. 
 Beim Essen nicht fernsehen oder lesen! Alle Sinne sollten beim Essen auf die Nahrungsaufnahme gerichtet sein. 
 Körpersignale wahrnehmen. Auf Durst oder Müdigkeit angemessen mit Trinken oder Schlaf reagieren anstelle mit Essen. 
 Regelmäßige Bewegung, beispielsweise Treppensteigen, Spazierengehen oder Ähnliches. 
 Streitgespräche bei Tisch vermeiden. 
 Professionelle Hilfe aufsuchen: medizinische Betreuung, Therapie, Selbsthilfegruppe.
Zusätzlich kann es zu Alkoholmissbrauch, Angstzuständen, Selbsthass, zwanghaftem Putzen und Waschen kommen.

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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